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BKFP- Evaluierung Tirol

Brustkrebsfrüherkennungsprogramm (BKFP) - Evaluierung Tirol

 

Ziele

Brustkrebs ist sowohl in Österreich als auch weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Tirol wurde seit 1988 im Rahmen des Vorsorgekonzeptes der Krankenversicherungsträger ein „opportunistisches Screening Programm“ zur Früherkennung von Brustkrebs breit angeboten. Aufgrund der Europäischen Empfehlungen aus dem Jahre 2003 zur Implementierung von organisierten populationsbasierten Screening-Programmen wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend, dem Land Tirol und der Sozialversicherung im Jahre 2007 das qualitätsgesicherte "Mammographie-Screening Tirol (MST)" als Referenzprojekt ins Leben gerufen und bis 2013 erfolgreich durchgeführt. Mit 1. Jänner 2014 wurde ein österreichweites qualitätsgesichertes Programm zur Früherkennung von Brustkrebs eingeführt, welches alle bisherigen Mammographie-Angebote zur Früherkennung von Brustkrebs vor 2014 ersetzt. In Tirol konnte das angebotene Mammographie Screening Programm (MST) bereits sehr schnell an die österreichweiten Vorgaben des Brustkrebsfrüherkennungsprogramms (BKFP) adaptiert werden, sodass eine lückenlose Versorgung der Frauen in Tirol möglich war. Ziel ist es, Brustkrebs bereits in einem sehr frühen Stadium zu erkennen, denn je früher eventuelle Anzeichen für Brustkrebs erkannt werden, desto höher sind die Chancen auf Heilung.

 

Methoden

In Tirol werden seit 1. Jänner 2014 alle sozialversicherten Frauen zwischen dem 45. und dem 69. Lebensjahr alle zwei Jahre zur Mammographieuntersuchung eingeladen. Seit 1. Juli 2014 können Frauen mit ihrer e-card zur Mammographieuntersuchung gehen, eine Einladung oder Zuweisung ist nicht mehr notwendig, die Einladungsbriefe werden aber weiterhin als Erinnerungsschreiben verschickt. Als Screening-Einheiten fungieren 12 in Tirol niedergelassene Radiologen und acht radiologische Abteilungen der Tiroler Fondskrankenanstalten. Als Screeningmethode wird in allen Fällen die Mammographie eingesetzt, außerdem ist eine ergänzende Ultraschalluntersuchung möglich. Patientinnen mit einem auffälligen Befund aus der Screeninguntersuchung werden wohnortnahe in der zuständigen Krankenanstalt abgeklärt (Assessment). Die Abklärung erfolgt durch die Anfertigung von mammographischen Zusatzaufnahmen, durch eine ergänzende Ultraschall- oder MRT-Untersuchung, in manchen Fällen durch eine Biopsie. Im Falle eines therapiebedürftigen Befundes wird die Patientin an eine weiterbehandelnde Stelle überwiesen.

 

Ergebnisse

Das Institut für klinische Epidemiologie (IET) der tirol kliniken ist auch weiterhin mit dem Führen einer Screening Datenbank für die kontinuierliche Evaluierung und Überwachung des Brustkrebsfrüherkennungsprogramms in Tirol beauftragt. Um den Erfolg des Projektes in Tirol beurteilen zu können, werden die Daten von den Screening- und Assessment- Einheiten gesammelt und regelmäßig ausgewertet. Die teilnehmenden Radiologie-Abteilungen erhalten in regelmäßigen Abständen eine Auswertung der Screening Datenbank als Feedback und Übersicht zu den von ihnen übermittelten Daten. Zusätzlich werden die Daten in Berichtsform veröffentlich bzw. international publiziert.